Avenir Suisse fordert den selbständigen Angestellten

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Zürich I Flexible Arbeitsmodelle bieten zahlreiche Vorteile für Arbeitnehmer, meint Avenir Suisse. Zudem entsprächen sie dem Kundenbedürfnis. Die Denkfabrik will einen neuen Arbeitsstatus, den des selbständigen Angestellten, einrichten.

Angesichts der zahlreichen Vorteile für Arbeitnehmer sei es verwunderlich, «dass die neue Plattformökonomie gerade von gewerkschaftlicher Seite vehement bekämpft wird», schreibt Peter Grünenfelder im Blogbeitrag bei Avenir Suisse. Der Chef der Denkfabrik bezieht sich dabei auf eine Motion des Berner SP-Nationalrats Corrado Pardini. Darin fordert Unia-Gewerkschaftsmann Pardini Grundrechte und eine Charta für eine demokratische Digitalisierung der Schweiz.

Statt die den Bedürfnissen der Kunden entsprechenden Angebote der Digitalisierung zu akzeptieren, spielten die Gewerkschaften «die alte Karte des Klassenkampfs», wirft Grünenfelder Pardini vor. Dem Chef der Denkfabrik hingegen schwebt die Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit für Beschäftigte auf eine «Höchstarbeitszeit von 45 Stunden im Jahresdurchschnitt» vor. Als Vorteile der Plattformökonomie für die Arbeitnehmer zählt der Chef der Denkfabrik im Beitrag die Möglichkeiten für einen Zusatzverdienst bei Plattformen wie Uber oder Airbnb sowie die zunehmende Auflösung der «Grenzen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern» auf.

Auf Letzteres soll nach Ansicht von Grünenfelder mit der Einrichtung des neuen Arbeitsstatus eines selbständigen Angestellten reagiert werden. «Nutzt ein Chauffeur zum Beispiel Uber für seine Dienste, muss er die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Firma akzeptieren, womit er dem Status eines Angestellten nahekommt», argumentiert Grünenfelder. Dafür solle er den üblichen Sozialversicherungsschutz erhalten.