Forscher testen unterirdische CO2-Speicher

Im Felslabor des Mont Terri wird erforscht, ob sich dieses als Endlager für CO2 eignet. Bild: ETH Zürich

Damit die internationalen Klimaziele erreicht werden können, muss CO2 teilweise aus der Luft geholt und im Boden eingelagert werden. Im Jura testen Forscher nun, inwiefern Felsklüfte die unterirdische CO2-Speicherung beeinflussen.

Laut dem Weltklimarat IPCC lassen sich die internationalen Klimaziele nur dann erreichen, wenn CO2 auch aus der Atmosphäre entfernt und im Boden eingelagert wird. Dafür muss CO2 jahrhundertelang sicher gespeichert werden können. Damit das in den Boden gepumpte CO2 nicht entweichen kann, braucht es geeignete Deckgesteine, die möglichst undurchlässig sind, erklärt Stefan Wiemer, Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), in einer Medienmitteilung. Im Rahmen eines Projekts will er mit einer Forschergruppe herausfinden, wie Deckgestein mit Klüften in der Lage ist, das CO2 zurückzuhalten.

Im Rahmen eines Experiments im jurassischen Mont-Terri-Felslabor injizieren die Forscher nun kleine Mengen von CO2-angereichertem Salzwasser in ein Bohrloch, das eine kleine Störzone durchstösst. Sie wollen herausfinden, wie der zerklüftete Fels in dieser Störzone auf das CO2 reagiert. Dazu untersuchen sie unter anderem, wie Scherverschiebungen, Porendruck und Fliesswege zusammenhängen.

«Theoretisch hat die Schweiz das Potenzial, mehrere Gigatonnen CO2 im Untergrund zu speichern», erklärt Wiemer. «Mit unserem Experiment tragen wir zu einem umfassenderen Verständnis der relevanten geologischen Prozesse bei, die das Speicherpotenzial beeinflussen.» Dies schaffe auch Grundlagen, Entscheide über mögliche CO2-Speicherungsprojekte in der Schweiz zu treffen. ssp