Resistente Bakterien überlisten Kläranlagen

ARAs sind grundsätzlich eine gute Barriere gegen die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen, relativ gesehen reichern sich Resistenzgene jedoch an. (Foto: ARA Werdhölzli)

Ein Teil der antibiotikaresistenten Bakterien aus Fäkalien übersteht den Reinigungsprozess in Kläranlagen unbeschadet. Dies haben Forscher des Wasserforschungsinstituts Eawag entdeckt. Sie fanden zudem heraus, dass sich diese Bakterien im Belebtschlamm verändern.

«Resistenzen schmuggeln sich durch Kläranlagen», ist eine Mitteilung der Eawag überschrieben. Wissenschaftler des Wasserforschungsinstituts haben herausgefunden, dass die Reinigungsstufen in Abwasserreinigungsanlagen (ARA) nur etwa 70 Prozent der im Abwasser enthaltenen Bakterien eliminieren. Ein harter Kern von hartnäckigen, antibiotikaresistenten Bakterien überlebt den Reinigungsprozess.

Zudem fanden die Forscher heraus, dass der relative Anteil resistenter Bakterien innerhalb des Reinigungsprozesses sogar zunimmt. «Rund 40 Prozent der Resistenzen im Auslauf der ARA haben ihren Ursprung vermutlich im Belebtschlamm», wird Forschungsleiter Helmut Bürgmann in der Mitteilung zitiert. Der Mikrobiologe führt dies auf Interaktion von Mikroorganismen in den ARA zurück. «Die Bakterien in den biologischen Reinigungsstufen enthalten zum Teil Resistenzgene, die zu 100 Prozent identisch sind mit denen von Krankheitserregern», erläutert Bürgmann. «Diese haben sie vermutlich durch Genaustausch »

Ein solcher Genaustausch könnte jedoch für Mensch und Umwelt gefährlich werden. «Wenn Resistenzen auf Belebtschlammbakterien übertragen werden und diese in die Umwelt gelangen, können sie dort vermutlich besser überleben als die Krankheitserreger», meint der Eawag-Wissenschaftler. Um dies zu verhindern, sollte die Biomasse in der ARA möglichst komplett vom gereinigten Wasser getrennt werden. Laut Mitteilung können die für die Schweizer Kläranlagen geplanten neuen Reinigungsstufen dazu einen Beitrag leisten. hs