Wie innovative Technologie die Welt verbessern kann

Sechs Tage lang diente Zürich als Plattform für Interessierte und kreative Köpfe mit Ideen für nachhaltige, technologische Lösungen sozialer Probleme der heutigen Gesellschaft. 

Innovation mit sozialem Nutzen und Technologie, die die Welt zu einem besseren Ort macht – kurz: «Social Innovation» und «Technology for Good». Zwei Begriffe, die in einer komplexen Welt gesellschaftlicher und sozialer Herausforderungen an Bedeutung gewinnen. Immer mehr Start Ups wollen nachhaltige Lösungen entwickeln. 

Am 15. Dezember 2018 fand das erste Red Bull Basement Festival in der Schweiz im Impact Hub Kraftwerk in Zürich statt. Der Event bot eine Plattform für interessierte Menschen und junge Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich der Verbesserung sozialer Missstände durch Technologie verschrieben haben. 

«Ich bin stolz ein Social Entrepreneur
zu sein. Ich kann Geld verdienen
und dabei die Welt verändern.» 

Eröffnet wurde das Festival mit einer spannenden Podiumsdiskussion über das Social Innovation Ökosystem der Schweiz mit SEIF-Gründerin Prof. Mariana Christen Jakob und Repräsentanten von der EPFL, der ETH und dem Impact Hub Zürich. «Social Innovation darf nicht nur ein Nice-to-have sein, sondern muss in die Strategie von Unternehmen einfliessen», so Christen. Dafür brauche es ein Engagement aller Stakeholder. 

Schliesslich präsentierten bereits erfolgreiche Startups ihre Geschäftsmodelle. So etwa Ecobloom, eine Kombination aus intelligentem Mini-Treibhaus und Aquarium. Damit kann man zu Hause dank dem kleinen Ökosystem selber Basilikum anpflanzen. Gründer Hamza Qadoumi sagt: «Ich bin stolz ein Social Entrepreneur zu sein. Ich kann Geld verdienen und dabei die Welt verändern.» Vom Festival ist er begeistert: «Das Tolle ist, dass hier ganz verschiedene Leute zusammenkommen. Familien, Unternehmer, Corporates, Startup-Gründer. Social Impact betrifft uns alle, und wir können nur gemeinsam die Welt verbessern.» 

Leonhard Nima, Moderator des Festivals und engagiert beim Startup N3xtcoder, zieht eine positive Bilanz: «Das persönliche Engagement für eine bessere Welt kann nur geweckt werden, wenn wir konkrete Beispiele sehen und Menschen kennenlernen dürfen, die bereits ein solches Geschäftsmodell entwickelt haben.» 

Inspirierende Keynotes beleuchteten die Thematik «Tech4Good» aus verschiedenen Blickwinkeln. Stephan Pabst vom Think Tank W.I.R.E., wagte ein Blick in die Kristallkugel und nahm die Besucherinnen und Besucher mit auf eine gedankliche Reise in die Zukunft von Social Innovation. 

Best Practices 


Daneben gaben verschiedene sozial engagierte Startups Einblick in ihre bereits erfolgreich umgesetzten Ideen. Eines darunter war Project Circleg mit Sitz in Zürich. Die Mission des Unternehmens besteht darin, günstige Prothesen für bedürftige Personen in Drittweltländern herzustellen – und dies aus recyceltem Plastik. Simon Oschwald von Project Circleg hat an der ZHDK studiert und ist Industriedesigner: «Red Bull Basement hat uns die Möglichkeit gegeben unsere Idee zu präsentieren und uns mit anderen auszutauschen.» 

Aber auch Powercoders, eine Code-Academy für Flüchtlinge, und SELA Lab, eine visionäre Blockchain Lösung mit Pilotprojekten die Flüsse reinigen, waren am Red Bull Basement Festival mit dabei. Eine neuartige Gehhilfe für Querschnittsgelähmte, welche es den Patienten erlaubt, wieder auf zwei Beinen zu gehen und so den Muskelaufbau fördert, wurde ausserdem von TWIICE präsentiert. 

Wissenstransfer 


In der Woche vor dem Festivaltag hatten junge Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich mit ihrem Start-up der Lösung eines gesellschaftlichen Problems durch Technologie annehmen, die Möglichkeit von Experten zu lernen. Die Workshops bedienten Themen wie Storytelling, Blockchain oder Scaling – speziell auf die Bedürfnisse der sogenannten Social Entrepreneurs zugeschnitten. Kuratiert wurden die Workshops unter anderem von SEIF. 

Prof. Mariana Christen Jakob, die Gründerin von SEIF, weiss genau vor welchen zusätzlichen Herausforderungen Impact orientierte Startups stehen: «Da Social Entrepreneurs mit ihrem Unternehmen einen positiven Beitrag zu einer gesellschaftlichen Veränderung leisten möchten, gilt es diesen Aspekt – die Impact Messung – genauso aufzuzeigen wie die zukünftigen Finanzzahlen auch. Das macht alles etwas anspruchsvoller.» 

Reger Austausch unter den Teilnehmern des Red Bull Basement Festival 2018 in Zürich.
Bild: Alan Sahin / Red Bull Content Pool
Teilnehmer während des Storyteller-Workshops am Red Bull Basement Festival in Zürich.
Bild: Alan Sahin / Red Bull Content Pool