Blick hinter die Kulissen am Sictic-Investoren-Event

Die Business Angels des Swiss ICT Investors Club – kurz SICTIC – sind im Technopark Winterthur gelandet. Acht Start-ups erhielten am 7. März 2019 die Chance, ihr Unternehmen vorzustellen und die Investorinnen und Investoren innert 90 Sekunden und mit nur einer Folie zu überzeugen, in sie zu investieren. 90 Sekunden für etwas, worin man Jahre investiert hat.

Von Mirjam Wenger

Je weniger Zeit für den Pitch, desto grösser die Herausforderung, findet auch Raphael Tobler, Gründer von eduwo: «Klar, es ist eine Challenge, in dieser kurzen Zeit alles Wichtige auf den Punkt zu bringen. Wir waren danach aber umso glücklicher, dass wir zum Finalpitch eingeladen wurden, um noch einmal einen besseren Einblick in unser Tun geben zu können.»

Um, wie eduwo, das goldene Ticket zu erhalten, muss ein Jungunternehmen einige Kriterien erfüllen. So darf es beispielsweise nicht älter sein als fünf Jahre, muss einen starken Informations- und Kommunikationstechnologie-Komponenten aufweisen und sein Kernteam muss in der Schweiz arbeiten. Viele Schweizer Start-ups erfüllen diese Kriterien. Dennoch: Die Plätze sind begrenzt und nur ein Bruchteil der eingereichten Gesuche schafft es auf die SICTIC-Bühne.

Wer es nicht schafft, profitiert dennoch von anderen Dienstleistungen der Non-Profit-Organisation. Der Swiss ICT Investors Club stellt denjenigen Start-ups, die ein Gesuch eingereicht haben, auch sein Wissen und sein Netzwerk zur Verfügung. Dazu gehören eine kostenlose Rechts- oder Cofounding-Beratung, ein Mentoring-Programm und vergünstigte Coworking Spaces. SICTIC hat es sich zum Ziel gesetzt, erfolgversprechende Start-ups in ihrer Anfangsphase mit Investorinnen und Investoren zu verknüpfen.

Raphael Tobler, Mitgründer von eduwo

Mehr als nur ein Geldbeutel


Doch wer bestimmt eigentlich, ob ein Start-up für eine Investition interessant ist? Es sind die anwesenden Frauen und Männer, die ziemlich unscheinbar in den vorderen und mittleren Reihen Platz genommen haben. Sie werden «Business Angels» genannt und nur ihr Namensschild in roter Farbe verrät sie. Sie kommen aus den verschiedensten Ecken und doch verbindet sie eines: das Gespür für den kleinen Unterschied, den Funken Magie, den es für den Erfolg braucht.

Risiko nicht ausgeschlossen


Obwohl Vize-Präsident Ralph Mogicato langjährige Erfahrung mitbringt, kennt er das Geheimrezept für die perfekte Investition noch nicht: «Mit meinem Bauchgefühl liege ich meistens richtig. Eine fundierte Due Dilligence muss aber auch ich machen. Aber klar, es bleibt immer ein gewisses Risiko für eine Fehlinvestition. Genau das macht es ja so spannend.»

Auch das Networking kommt nicht zu kurz: Die Start-up-Gründer beim anschliessenden Apéro

Vier Start-ups haben es durch das Voting der Business Angels und Gäste in die zweite Runde geschafft. Mit dabei: eine Studiengang-Bewertungsplattform, eine Gastro-App mit hellseherischen Fähigkeiten, ein treppensteigender Rollstuhl und die Lösung für den sicheren Online-Kauf von Markenartikeln. Anschliessend an die Pitches dürfen die Business Angels die CEOs mit nicht nur angenehmen Fragen löchern. Besonders beliebt sind Fragen zu den Finanzen – schliesslich geht es für Start-ups und Investoren um viel Geld.

Investitionen, die sich auszahlen


Geld, das es klug zu investieren gilt. Ein Beispiel dafür ist das Winterthurer Start-up LuckaBox, ein Senkrechtstarter in der Szene, das sich dem On-demand-Lieferservice verschrieben hat. Die beiden Gründerinnen konnten durch einen überzeugenden Pitch die Business Angels für sich gewinnen und sind seither nicht nur beim Liefern auf Kurs. Sie konnten ihr Unternehmen durch die Unterstützung von SICTIC ein Level weiterbringen: «Dass in uns investiert wurde, brachte uns nicht nur finanziell weiter. Es zeigte uns auch, dass wir ein vielversprechendes Produkt mit grossem Marktpotenzial entwickelt haben. Wir hoffen, dass noch viele andere junge, innovative Unternehmen wie LuckaBox mit den Business Angels zusammenarbeiten können.»

Weitere Infos unter
www.sictic.ch

 

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