Schweizer Forscher analysieren Daten aus der Chromosphäre

Das Istituto Ricerche Solari Locarno wertet Daten aus, welche eine Raketensonde sammelt. Diese wurde im April ins All geschickt. Bild: US Army, White Sands Missile Range

Im April ist im Rahmen eines internationalen Experiments eine Raketensonde ins All geschickt worden. Sie sammelt Daten in der Chromosphäre. Diese werden vom Istituto Ricerche Solari Locarno mit speziellen Berechnungsmethoden ausgewertet.

 

Im Rahmen des Chromospheric LAyer Spectro-Polarimeter (CLASP II)-Experiments wollen internationale Wissenschaftler die Chromosphäre erforschen. Dabei handelt es sich um eine Gasschicht in der Atmosphäre der Sonne. Die Chromosphäre gilt als ein wichtiger Forschungsschwerpunkt im Bereich der Sonnenphysik, weil sie der Ausgangspunkt für mehrere Probleme ist. So ist sie etwa für bestimme hochenergetische solare Phänomene verantwortlich. Wenn diese in Richtung Erde gerichtet sind, können sie gefährlich für Astronauten sein oder die in der digitalen Welt besonders wichtigen Satelliten beschädigen.

Am 11. April wurde im Rahmen von CLASP II vom Gelände der White Sands Missile Range der NASA in New Mexico eine Raketensonde ins All geschickt. Diese sammelt Daten in der Chromosphäre. Bei der Auswertung der Daten kommt Tessiner Fachwissen zum Einsatz. So werden die Daten vom Istituto Ricerche Solari Locarno (IRSOL) ausgewertet. Dieses setzt dabei auf spezielle Berechnungsmethoden, wobei sie auch mit der Università della Svizzera italiana (USI) zusammenarbeitet. Einer Mitteilung der USI zufolge konnten bereits erste Daten ausgewertet werden. Die Ergebnisse stimmen dabei mit theoretischen Prognosen überein.

Das CLASP II-Experiment ist ein Projekt vom Marshall Space Flight Center der NASA, vom National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ), dem spanischen Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC) und dem französischen Institut d’Astrophysique Spatiale (IAS). Ausser IRSOL sind auch noch weitere Institutionen als Partner beteiligt. ssp