Start-up City Schlieren

Bild: Tom Engler

Für Start-ups ist Schlieren eine gute Adresse. Zu den günstigen Rahmenbedingungen gehört die gute Verkehrsanbindung, die Nähe zu den Hochschulen sowie günstige Büro- und Gewerbeflächen. Das zieht Unternehmen aus allen Bereichen an.

 

Von Andreas Kriesi

In der Ansiedlung von Unternehmen ist Schlieren sehr erfolgreich unterwegs, kürzlich hat sich das tausendste Unternehmen niedergelassen. Was macht Schlieren für Firmen so attraktiv? Viele Argumente liegen auf der Hand: einerseits die günstige Verkehrsanbindung mit Autobahnanschluss in alle Richtungen, einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz und die Nähe zu Zürich. Andererseits das breite Angebot an Gewerbe- und Büroflächen zu einem interessanten Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier können Start-ups mit einem Coworking-Arbeitsplatz oder Kleinbüro loslegen und finden bei Bedarf das für ihr Wachstum notwendige Immobilienangebot.

Eine engagierte Standortförderung hilft


Aber auch Softfaktoren spielen eine wichtige Rolle. Allen voran steht die professionelle Betreuung durch die lokale Standortförderung unter der Leitung von Albert Schweizer. Schweizer begleitet und unterstützt Standortsuchende Unternehmen seit bald zwanzig Jahren aktiv und findet für diese in den meisten Fällen eine passende Lösung. Auch die Nähe zur Universität Zürich, zur ETH und weiteren Fachschulen machen Schlieren als Standort interessant. Nicht umsonst siedeln sich viele Spin-offs von diesen Bildungseinrichtungen in Schlieren an. Interessant sind auch die Vernetzungsmöglichkeiten, die in den offenen Coworking-Arbeitsplätzen unter den Mitarbeitern der verschiedenen Unternehmen entstehen. Neben etablierten Unternehmen wie Zühlke, Ruf, Mercedes Schweiz oder Sony haben sich in Schlieren regelrechte Cluster gebildet. Allen voran der Bio-Technopark, der sich auf dem 55 000 m2 umfassenden Areal der 1985 geschlossenen Wagonsfabrik auf Initiative des Innerschweizer Unternehmers Leo Krummenacher gebildet hat. Es haben sich Grössen wie Roche hier angesiedelt. Biotech-Jungunternehmen zieht es wegen der optimalen Bedingungen hierher, in der Schweiz ist Schlieren nach Basel der bedeutendste Standort für Biotech-Unternehmen.

Start-up Erfolgsgeschichten


Mit der Ansiedlung des IFJ Instituts für Jungunternehmen im Start-up Space direkt beim Bahnhof, haben viele Start-ups Schlieren als idealen Standort entdeckt. Für Schlagzeilen sorgte der Fintech Start-up Contovista, welcher Finanzassistenten für Banken anbietet. Das 2013 gegründete Unternehmen wurde 2017 zu 70% von der Aduno Gruppe übernommen. Eine weitere Erfolgsgeschichte ist ProteoMedix, ein Spin-off der ETH Zürich, welches Produkte zur Diagnose von Prostatakrebs herstellt. Im Pharma-Sektor angesiedelt ist die Topadur Pharma, die an Medikamenten zur Wundbehandlung bei Diabetes-Patienten und die Vermeidung von Patienten mit hypertrophischen Brandwunden forscht. Die Firma Virtamed entwickelt Hysteroskopiegeräte, mit denen Ärzte Endoskopie-Operationen an realistischen Modellen üben können.

Coworking und attraktive Büroräume


Weitere Akteure in der Schlieremer Start-up-Szene sind das Coworking Limmattal und der Verein Start Smart Schlieren. Letzterer ist Ansprechpartner für verschiedene Büroräumlichkeiten und Coworking-Arbeitsplätze. Mit dem in Bahnhofnähe liegenden Bürohochhaus Brand24 entsteht ein weiteres Start-up Cluster.

In der Geschäftswelt hat Schlieren heute einen ausgezeichneten Ruf, selbst im Silicon Valley geniesst Schlieren Bekanntheit. Man hört sagen «in Silicon Valley they know Schlieren». Auch als Wohnort ist die Stadt an der Limmat bei seinen Einwohnern sehr beliebt, nicht zuletzt wegen der Naherholungsgebiete auf dem Schlieremer Berg oder der Limmat entlang.

Bild: Pascal Wasinger