Umuntu will die Welt bewegen

Fabio Hüther ist Überzeugungstäter: Mit Umuntu hat er ein Filtersystem entwickelt, das Wasser zu 99 Prozent von Schadstoffen befreit und weicher macht. Damit will er durchstarten – und dazu gehört für ihn auch, die Wasserqualität in ärmeren Weltregionen zu verbessern.

Von Yvonne von Hunnius

«Nachdem eines meiner Patenkinder wegen verunreinigtem Wasser gestorben ist, wurde mir klar, dass alle Bildung der Welt nichts hilft, wenn man kein sauberes Wasser hat», sagt der erst 23-jährige Fabio Hüther aus Ermatingen im Thurgau. 2017 hat er sein Start-up Umuntu gegründet und entwirft damit ein Gegenkonzept zu Wasser, das in Plastikflaschen abgefüllt und über weite Entfernungen hinweg transportiert wird. Umuntu vertreibt sein Filtersystem für Gross- und Privatkunden wie auch gefiltertes Wasser in Design-Flaschen – abgefüllt von einem Thurgauer Lohnabfüller. «Aber wir können jeden Wasserhahn und jede Quelle der Welt nehmen, das Wasser wird durch unser System immer gleich sauber sein und denselben Geschmack haben», so Hüther.

Schonende Wasserreinigung


Die Umuntu-Membran ist zum Patent angemeldet und wendet ein rein physikalisches Filtrationsverfahren an. Dadurch werden laut Hüther 520 Schadstoffe zu 99 Prozent aus dem Trinkwasser entfernt. Darunter sind Mikroplastikteile, Medikamentenrückstände, Glyphosat oder Nitrat. Zudem verspricht das Gesamtfiltersystem ein kalkfreies, sauerstoffreiches und weiches Wasser, ohne dass umweltbelastende Salze und Chemikalien verwendet werden. Das soll das Wasser besonders lecker machen.

Weitere Infos unter
www.umuntu.ch

 

Soziale Ziele fest verankert


Umuntu funktioniert konsequent nach dem Gemeinwohl-Prinzip und führt bis zu 30 Prozent des Gewinns nach Steuern an die dazugehörige Non-Profit-Organisation Umuntu Movement ab. Damit werden momentan zwölf Projekte in Ländern wie Tibet oder Gambia unterstützt – weitere acht Projekte werden gerade aufgebaut. Fabio Hüther sagt: «Das irritiert manche Investoren, die sich für unser Unternehmen interessieren. Doch wir können auch nur mit jemandem zusammenarbeiten, der genauso tickt wie wir.»

Im Augenblick setzt Umuntu monatlich rund zehn Filtersysteme und 500 Flaschen um – etwa in Fitness-Studios. Pro verkaufte Flasche wird ein Baum, pro verkauftes Filtergerät werden zehn Bäume gepflanzt und immer auch Wasserprojekte unterstützt. Daraus resultiert eine Bilanz, auf die Hüther besonders stolz ist: «Bis jetzt haben wir 36’000 Bäume gepflanzt, drei unabhängige Schulen kon-
struiert, vier Permakulturprojekte sowie vier Wasserreinigungssysteme implementiert.»

Von Ermatingen in die Welt


Ein deutsches Vertriebsnetz wird gerade aufgebaut, die Arabischen Emirate und China sollen bald folgen. Dazu hat Hüther sich von Anfang an erfahrene Partner mit Management- und Marketingerfahrung zur Seite geholt – etwa den Wirtschaftsjuristen und Berater Björn Gross. «Wir wollen als Ganzes funktionieren und erfolgreich sein, nur so können wir in der Welt etwas bewegen», sagt er.

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